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Genuss im freien Fall

TV-Bericht vom 27.06.2007 ( ANKE EMMERLING)

Beim Gewinnspiel "Ich trau mich" des Trierischen Volksfreunds hatte TV-Leserin Ute Weiler aus Bollendorf einen Fallschirm-Tandemsprung gewonnen. Mit dem Fallschirmsportclub Trier ist sie nun aus fast 4000 Metern Höhe über Föhren abgesprungen, strahlend und um eine unvergessliche Erfahrung reicher gelandet.

Christian mit Tandemgast

Glücklich gelandet - TV-Gewinnerin Ute Weiler (rechts) strahlt nach ihrem Fallschirmsprung mit Christian Neuleib übers ganze Gesicht.

TV- Foto: Anke Emmerling


Föhren. "Ich bin fast vom Stuhl gefallen", sagt Ute Weiler über den Moment, als sie der Trierische Volksfreund telefonisch über den Gewinn eines Fallschirm-Tandemsprungs benachrichtigte. "Ich habe gedacht, die haben sich verwählt -wann habe ich mal was gewonnen?"

Um so größer war die Freude: "Seit ich vor 20Jahren mit einem Fallschirm übers Meer gezogen worden bin, habe ich von einem echten Fallschirmsprung geträumt". Größte Herausforderung sei eigentlich nur die Angst vorm Fliegen. Auf dem Flugplatz in Föhren, umgeben von den Mitgliedern des Fallschirmsportclubs Trier, ist der 41-jährigen davon nichts anzumerken. Immerhin ist es auch das zweite Mal, dass sie hier ist, denn der erste Absprungtermin war wegen eines Reifendefekts am Flugzeug verschoben worden. Vor den Augen von Ehemann Norbert, den Kindern Meike (9) und Marius (10) sowie ihren Eltern Hiltrud und Karl Kirschen steigt Ute Weiler gelassen in einen orangeroten Flieger-Overall, macht sogar lustige Grimassen. "Mir liegt das richtig auf dem Magen", sagt Mutter Hiktrud Kirschen. Aber ihre Tochter sei mutig, sportlich und fahre ja auch Motorrad. Inzwischen liegt Ute bäuchlings auf einer Metallkiste, die Beine nach oben abgewinkelt, die Arme seitwärts gestreckt. Tandemmaster Christian Neuleib, an den angeschnallt sie später springen wird, weist sie in die richtige Körperhaltung ein. Mutter Hiltrud bemerkt: "Jetzt kommt ihr das Fitnessstudio zugute."

Helmkamera filmt den Absprung

Nachdem auch die Gurte angelegt und festgezurrt sind, soll es losgehen. Als sich Ute zusammen mit Christian und Mitspringer Max Krampe, der per Helmkamera alles dokumentieren soll, in die kleine rot-weiße Maschine zwängt, ist ihr Blick ein wenig skeptisch. Und als wenige Minuten später das Flugzeug wieder am Ausgangspunkt einrollt, fragen sich die Zuschauer nach dem Grund.

Doch der ist nicht nachlassender Mut, sondern eine aufziehende Gewitterfront. Wieder muss der Sprung verschoben werden: "Sicherheit geht vor", sagt Reimund Thieltges, Vorsitzender des Fallschirmsportclubs.

Einige Zeit später klart es wieder auf und Utes Traum wird endlich Wirklichkeit. Gebannt verfolgen ihre Kinder das Flugzeug als immer kleiner werdenden Punkt am Himmel, können sich die Absprung-Höhe von 3500 bis 4000 Metern gar nicht vorstellen. "Da ist sie, jetzt ist sie aus dem Flugzeug raus!", ruft Marius aufgeregt. Reimund Thieltges erklärt: "In den ersten zehn Sekunden erreicht die Geschwindigkeit des freien Falls 200 Stundenkilometer, der Schirm geht in 1500 Metern Höhe auf." Das passiert mit einer in der Sprunggrube.

Perfekte Landung im Kiesbett

Ute Weiler liegt im Kies, strahlt übers ganze Gesicht, reckt den Daumen in die Höhe und sagt atemlos: "Toll, einfach nur toll!" Beim Absprung sei ihr die Luft weggeblieben, "da gab's im Magen ein komisches Gefühl, aber übel war mir nicht". Die Flugangst sei wie weggeblasen gewesen, der freie Fall habe ihr super gefallen: "Besser als am Fallschirm." Selbst eine Kurve zu fliegen und dann sicher zu landen, sei einfach nur schön. "Es ist ganz anders als mit dem Motorrad zu fahren: Hier kann man bei 200 Stundenkilometern tatsächlich genießen." Ausschlaggebend für den Genuss sei auch das Vertrauen zu Tandemmaster Christian gewesen, der ihr schon im ersten Telefonat viel erklärt habe: "Ich habe mich sicher gefühlt". Umringt von ihrer jetzt auch strahlenden Familie schaut Ute Weiler den Film von Max Krampe an, der sie beim Fall auf Augenhöhe porträtiert hat, lacht und sagt: "Ich würde es jederzeit wieder machen!"

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