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Haltung bewahren, den Kopf in den Nacken, Füße an den Po, Banane!

52 Fallschirmspringer von den Fallschirmsportclubs aus Trier und aus Münster haben sich am Wochenende in Föhren getroffen. Eine Menge Spaß, 68 Tandems und 244 Einzelsprünge sowie ein Vereinsrekord stehen jetzt in der Wochenendbilanz.
 

Formationsspringen: Die Föhrener Fallschirmspringer haben ihren Vereinsrekord mit einer Siebenerformation geknackt. Belohnt wurden sie dafür mit einer Weinprobe mit Moselweinkönigin Sonja Christ, Fotos: FSC Föhren (1), Christian Kremer (2)

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Föhren. (cmk) Es ist laut in der Maschine. Zehn Menschen hocken dicht beieinander und warten, bis sie die Absprunghöhe erreicht haben. Vor allem wir Tandemspringer sind nervös vor dem ersten Sprung. "Du hast Glück, bei Dir ist der Kick noch viel größer als bei mir", sagt einer der Veteranen. 14 Minuten später ist die Maschine auf 4000 Meter Höhe.
 
Die Schiebetür öffnet sich, es wird kalt, los geht's: Zuerst springen die Erfahrenen. Max Krampe klettert mit seiner Helmkamera raus auf einen Tritt am Flieger, hält sich am Dach fest und filmt routiniert. Das erste Tandempaar springt. Die Knie zittern. Plötzlich hängen die Füße unter der Maschine.
 
Kein Zurück mehr, Absprung: Das Herz rast, Adrenalin schießt in den Körper, die Beine schlottern, die Wangen schlackern, trotzdem bleibt ein breites Grinsen im Gesicht. Im Kopf kreist: "Haltung bewahren, Hohlkreuz machen, Kopf in den Nacken, Füße an den Po, Banane!" Mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde fallen wir. Der Boden kommt rasend schnell näher. 60 Sekunden freier Fall: ein Gefühl von Freiheit, Erhabenheit und Glück.
 
1500 Meter Höhe: Ein Ruck, wir werden abgebremst auf etwa 30 Kilometer pro Stunde, der Schirm ist offen. Alles wird still, die Gleitphase beginnt: Fünf Minuten segeln wir wie Vögel über Föhren. Der Flugplatz wird immer größer. Auf etwa 300 Metern Höhe trainieren wir die Landung, Arme unter die Beine, dann anziehen und möglichst hoch halten. Nach der Landung zittern die Beine zwar noch, doch das ist jetzt egal. Durch ein bisschen Überwindung sind die Tandemspringer eine grandiose Erfahrung reicher.
 
68 Menschen haben diesen "Kick" am Wochenende in Föhren erlebt. Keiner von ihnen hat das bereut. Christian Neuleib, Uli Plümer und andere Tandemmaster haben sie sicher wieder auf die Erde gebracht. Die Arbeit für sie fängt aber schon vor den Sprüngen an. Bei der Einweisung predigt Neuleib die richtige Körperhaltung:"Denk an die Banane - Banane, Banane, Banane!"
 
Der FSC Münster hat seine Pilatus-Porter mitgebracht, eine 680 PS starke Maschine, die zehn Springer plus Piloten transportieren kann. Und Geschichte hat sie auch: In dieser Maschine ist schon Jürgen W. Möllemann zu einem seiner zahlreichen Fallschirmsprünge geflogen - er war Mitglied im FSC Münster.
 
Aber nicht nur die Tandem-(Mit)springer, auch die Einzelspringer haben das Wochenende in Föhren genossen und unter anderem einen 25 Jahre alten Vereinsrekord mit einer Siebenerformation geknackt - zusammen mit den Münsteranern hat sogar eine Zehnerformation geklappt. Zudem sind jetzt drei Fallschirmschüler reif für ihre Abschlussprüfung: Manuel Lange, Tim Wagner und Bella-Brice Engels. Schatzmeister Alfred Hauprich und Ernst Rech aus Trier wurden für langjährige Vereinsmitgliedschaft geehrt.
 
"Der Wettergott mag uns sehr, wir hatten großes Glück", sagt der Vereinsvorsitzende des FSC Föhren, Reimund Thieltges. Insgesamt haben sich am Wochenende mehr als 100 Menschen aus der Pilatus-Porter in die Tiefe stürzen können. Der Vorstandsvorsitzende des FSC Münster, Wolfgang Schepers, spricht vom "Sprungparadies Föhren".
 
Ein Wermutstropfen bleibt jedoch. Moselweinkönigin Sonja Christ musste am Samstagabend wegen eines Regenschauers auf ihren Tandemsprung verzichten. Nichtsdestotrotz hat sie bei einer Weinprobe am Flugplatz in Neumagen-Dhron den Gästen aus Münster die Köstlichkeiten der Region vorgestellt. Zur Belohnung hat sie einen Tandem-Gutschein bekommen. Den will sie möglichst bald nutzen. Auf diesen "Kick" will sie nicht verzichten.

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